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Hallo nachhaltigeres Leben

Lieber Schweinehund. Eigentlich bist du ja echt süß. Du hast so eine knuffige Nase und so weiches Fell. Und immer wenn du mich so anguckst, mit deinem verträumten Blick, kann ich dir einfach keinen Wunsch abschlagen.

Klar ess ich noch ne Tüte Chips mit dir. Klaro, wir lassen Sport sausen.
Hey coole Idee mit dem Shoppingmarathon – Bin dabei !!
  Ob wir noch kurz ne runde mit dem Auto um den Block drehen?
Aber sicher, kennst mich doch.

*

Schweinehund, es reicht. Du musst jetzt mal gehen. Du darfst mich manchmal besuchen. Aber echt nur kurz. Und dann guck bitte nicht immer so. Ich will nämlich mein Leben zurück, echt jetzt.


Gestern hatte ich eine Email im Postfach von Anna und Julia, mit der Bitte doch einen Blogbeitrag zum Thema #byebyeschweinehund – hallo nachhaltigeres Leben zu schreiben. Und zu erzählen, wie ich es im Alltag schaffe, nachhaltiger zu leben.

Aufgerufen werden alle möglichen Blogs im Rahmen der Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit zu dem Thema einen schwank aus ihrem Leben zu erzählen.

Also fange ich mal ganz von vorne an und erzähle dir, wie das bei mir alles so läuft.
Und vielleicht findest du das cool und vielleicht auch nicht.


Wo krieg ich das denn eigentlich her, dieses nachhaltigere Leben?

Normalerweise läuft es ja so. Man wächst mit der Familiy auf und lebt einfach mal das Leben so mit. Und wenn man dann groß ist, macht man das entweder weiter, weil es einem gefällt, oder man schlägt einen anderen Weg ein. Ich hab irgendwann mal zweiteres getan. Und bis heute nicht bereut.

Da ich damals (vor 3 Jahren) mehr als überarbeitet war, und nur noch für die Arbeit gelebt habe, löste das folgende Gedanken in mir aus:

Was will ich eigentlich vom Leben? Was macht mein Leben lebenswert? Was ist meine Aufgabe auf diesem Planeten? Was tue ich für die Umwelt? Was tue ich für mich selbst? Wo kommt diese Wurst her? Und erst recht: Was kann ich verändern?

Als ich meine Stunden kürzen ließ und mehr Zeit für mich hatte, startete ich mein Blog. Das war im November 2014. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir die Frage nach dem „Wie mache ich das“ gar nicht erst gestellt. Ich hab einfach mal angefangen.

Wie ich ausgerechnet auf dieses Thema kam, weiß ich also ehrlich gesagt auch nicht mehr. Ich wusste nur, dass ich endlich etwas anders machen wollte als stupide arbeiten zu verrichten. Ich habe mich dann komplett in die Problematik Plastik gestürzt.

Im Verlauf der Zeit habe ich gemerkt, dass das nur der erste Ste war. Ich fing an, mich nicht mehr nur auf dieses Thema zu beschränken, sondern auch andere Dinge zu hinterfragen.


Es ist ein Prozess

Alles im Leben ist ein Prozess. Natürlich war meine Wohnung nicht von heute auf morgen plastikfrei, nur weil ich Plastik auf einmal scheiße fand. Aber etwas anders zu machen und einen neuen Weg zu gehen, das war das wichtige für mich.
Wenn man einen Entschluss gefasst hat, für was auch immer. Dann dauert es nicht lange und der rest fügt sich von ganz alleine.

Entschluss fassen – In Aktion treten

Egal was du tust, du musst zu aller erst den Entschluss fassen. Frag dich am Anfang erst mal nicht, wie du irgendetwas machen willst, oder wann du anfangen sollst, oder wie du das schaffen kannst. Sag dir einfach „Ich mache das jetzt“

Und wenn du dann in Aktion trittst, dann fluppt das. Denn egal wie sehr du etwas auch willst, wenn du nicht in Aktion trittst wird sich natürlich nichts verändern.

Akzeptanz

Ganz wichtig. Akzeptiere das Stadium in dem du dich gerade befindest komplett. Dein Weg wird niemals der selbe sein, wie der von irgend jemand anderem.
Ich muss mich da selbst immer wieder dran erinnern. Aber es nützt 0,0 sich mit anderen zu messen. Dein Weg ist der einzig richtige.

Und wenn du halt gerade zum ersten mal in deinem Leben Müll getrennt hast, dann hast du gerade immerhin zum ersten mal in deinem Leben Müll getrennt. Und irgendwann kannst du dann sagen. Bohr, jetzt hab ich schon 100 mal Müll getrennt. Und trotzdem wird es Menschen geben die erst 2 mal Müll getrennt haben und welche die schon 2000 mal Müll getrennt haben.
Krasses Beispiel, ich weiß.


 

Dann war ich weg und der Schweinehund plötzlich wieder da!

Nach der harten Arbeitsphase war es Zeit für eine Auszeit.
Ich verreiste für ein paar Monate: Wollte einfach mal weg.
Und wer begegnet mir da wieder? Ein alter Bekannter  >>   S C H W E I N I   <<

Am Anfang meiner Reise (buchstäblich gemeint: ich war auf Bali) , habe ich den plastikfreien Lebensstil zwar noch weiter geführt und war super dankbar darüber, wie leicht es mir diese Insel machte keinen Müll zu produzieren.

Aber nach und nach musste ich feststellen das es mir schwerer fiel. Und da ich der leichtigkeit des Lebens dort irgendwann komplett verfallen war, habe ich dann wieder angefangen mehr Plastik zu kaufen und mehr oder weniger auf alles zu pfeifen.

Habe getrunken, geraucht, gefeiert und mir tausend Snacks gekauft. Alles zusammen mit meinem lieben Schweinehund natürlich.
Was allerdings auch erst in Vietnam, Laos und Thailand so richtig eskaliert ist. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dort ist einfach aaalles in Plastik verpackt. Sogar die Menschen. Nun ja…

Voll ins Extreme


Was ich erst viel später geschnallt habe ist, dass mein Leben sich immer mehr in die Richtung bewegt in der ich es haben möchte. Auch wenn ich zwischendruch Abzweigungen genommen habe auf die ich rückblickend nicht stolz bin, waren sie doch irgendwo wichtig für den Prozess. Und das gilt auch jetzt noch.

Es geht nicht darum ins extreme zu gehen. Und alles Perfekt machen zu müssen.
Es geht darum, den Lebensstil zu integrieren. Und das was man tut, gerne zu machen.


Zurück in Deutschland habe ich mir sofort einen neuen Job gesucht. Meine alte Stelle hatte ich ja gekündigt und da wollte ich auch auf keinen Fall wieder hin zurück.

Ich habe dann eine Stelle auf einem Bio Bauernhof bekommen und bin seitdem komplett auf Bio. Ich hatte damals schon ab und an Biokram gekauft. Aber so richtig überzeugt davon bin ich erst seit ich dort arbeite (Oktober 2016 bis jetzt)

Auto gegen Farrad getauscht

Im Januar 2017 habe ich dann nach längerem überlegen endlich mein Auto verkauft. Ich hatte keine großartigen bedenken was den Arbeitsweg betrifft, weil ich es einfach unbedingt ausprobieren wollte. Ich bin seitdem bis vor einer Woche fast täglich 10km hin und 10km zurück gedüst. Das ging aber nur, weil ich das Auto rigoros verkauft habe.

Hätte ich das nicht gemacht, dann wäre ich die halbe Zeit mit dem Auto gefahren. Ist doch klar, wenn das gemütliche Auto vor der Türe steht und es draussen -2 grad sind, was macht man dann? Klaro.

Minimalimus ole

Meinen Freund habe ich kennen gelernt als ich wieder in Deutschland war. Und mit ihm fühle ich mich angekommen wie noch nie.
Wir haben gemeinsam einen Bus gekauft, den wir seit Febraur 2017 ausbauen. Und in den wir nun in genau 2 Tagen einziehen werden.
Wir haben all unsere Möbel verkauft und ziehen mit unserem kleinen Hausstand nun darin ein.

Das klingt für manche verrückt. Aber wir haben total Bock drauf.
Wir haben Bock drauf mal auf ganz kleinem Raum zu leben. Und Bock drauf auch mal anzuecken und einfach mal was ganz anderes zu probieren.
Was viele immer vergessen ist, dass man es ja schließlich auch wieder anders machen kann, wenn es einem nicht gefällt.

Nichts was ich tue, tue ich zwangsläufig für immer.
Aber jetzt, momentan, ist es scheinbar das richtige für mich.
Sonst würde ich es ja nicht machen.

Weg damit

Kram aussortieren? Kein Problem mehr.
Mit jedem Teil das weg kommt fühle ich mich etwas freier.
Klar habe ich noch Sachen, aber einfach nicht mehr so unendlich viele.


Wenn ich etwas kaufen möchte, dann übrigens nach folgendem Schema:
a) Brauche ich das?
b) Passt das platzmäßig in meinen Kleiderschrank?
c) Will ich das wirklich haben?
d) Passt mir das überhaupt?
e) Wie langlebig ist es?
f) Wie wurde es produziert?
g) Kann ich das auch gebraucht bekommen?


Es gibt inzwischen genügend Minimalisten die beweisen, dass man einen klaren stilvollen Kleiderschrank haben kann, mit sogar weniger als 20 Teilen (Wovon ich mich übrigens mal ganz dezent verabschiede weil ich immernoch mehr habe)

Aber mal ehrlich, man ist doch längst nicht mehr nur ein verbitterter Hippie der diesen Minimalistenkram durchzieht, weil er der Welt den Stinkefinger zeigt.

Im Gegenteil, das hat inzwischen sogar richtig Stil. Und ich weiß jetzt wirklich das zu schätzen was ich habe und gut mit den Dingen umzugehen die ich habe.

Reichtum ist einfach nicht das Geld das du in deiner Brieftasche hast oder die Klunker die du am Körper trägst.


Ich begegne meinem Schweinehund übrigens immer noch. Manchmal sogar öfter als mir lieb ist. Manchmal winken wir uns nur von der anderen Straßenseite aus zu. Manchmal gehen wir aber auch noch mal ein Stück des Weges zusammen und trinken auf alte Zeiten und suhlen uns im Dreck.

Häufig schwelgen wir in Erinnerungen und klopfen uns gegenseitig auf die Schulter und freuen uns über das, was wir geschafft haben. Dann geht wieder jeder seiner Wege. Ich weiß dass wir uns wieder begegnen werden. Aber das ist cool.

Lieber Schweinehund. Irgendwie hab ich dich lieb. Ohne dich hätte ich meinen Weg sicher nicht gefunden. Und ohne Dich wäre mir nicht klar, woran ich noch arbeiten möchte.

*

PS: Yoga und Meditation hat mich persönlich übrigens sehr geprägt. Der spirituelle Weg ist für mich Mega. Und das ist gar kein hokuspokus wie viele meinen. Ich schaffe es dadurch immer mehr auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten. Und je mehr ich das tue, umso mehr kann ich auch auf die Bedürfnisse in meinem Umfeld und der Natur eingehen.

PPS: Übrigens findet ihr alle Blogbeiträge zu dem Thema nachhaltigeres Leben und #byebyeschweinehund hier, im nachhaltigen Warenkorb.

 

Misses Hippie

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