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Mein fast plastikfreier Einkauf – Gedankenentleerung: Bin ich zu streng mit mir?

Dieses fast in dem Satz macht mich fertig.
Aber wieso?

19 Produkte habe ich gekauft. 5 davon in Plastik.
Immerhin alles Bio.
Ist das ein guter oder ein schlechter Schnitt?
Vermutlich eher ein schlechter.

Andererseits.
In Prozenten gerechnet macht der Plastikanteil knapp 25% aus.
Das heißt 75% sind immerhin nicht Plastik.
Also der größere Teil.
Wieso frisst mein schlechtes Gewissen mich dann beinahe auf?
Bin ich zu streng mit mir?
Ich glaube schon.

 

Es folgt eine selbstmotivation…

 

  • Ich bin gut so wie ich bin
  • Ich gebe stets mein Bestes

Was ich bisher umgesetzt habe…

Im Badezimmer

  • Plastikzahnbürste durch Bambuszahnbürste ersetzt
  • verschiedene arten plastikfreier Zahnpasta (ich variiere zwischen Zahnputztabs, Kokosöl, Heilkreide und Birkenzucker)
  • Shampoo (ich wechsle zwischen Natron, Roggenmehl und festem Shampoostück)
  • Schminke (Sehr reduziert; einiges verschenkt; altes wird noch aufgebraucht; nichts neues gekauft seit über einem Jahr)
  • Selbstgenähte Abschminkpads statt Wattepads

In der Küche

  • Ausschließlich Holzbretter zum arbeiten
  • Tupperdosen weitesgehend durch Glas ersetzt (nicht alles; rest verschenkt)
  • Küchenuntensilien aus Plastik (Pfannenwender etc.) durch Holz oder Edelstahl ersetzt
  • Einmachgläser als Brotdose
  • Bambusstrohhalme statt Plastikhalme
  • Bee Wraps statt Alufolie

 

Im Kleiderschrank

  • Nichts neues gekauft seit einem Jahr (Kleidung besteht zum Großteil aus Plastik; ich kaufe daher gerne second Hand;)

 

Beim Einkauf

Ich achte auf Plastik und kaufe momentan zu geschätzt 80% Plastikfrei. Ich wäge stets ab ob ich etwas brauche. Gut, brauchen ist manchmal relativ. Aber ich brauche Schokolade! Natürlich ist die in biologisch abbaubarer Folie.

So gut wie alles was ich kaufe trägt zu einer ausgewogenen Ernährung und somit meiner Gesundheit bei. Ich kaufe bewusst. Ich kaufe keinen Quatsch, wie Chips, Kekse oder andere Süßigkeiten, was nicht heißt dass ich sowas niemals esse. Zu Besuch bei lieben Menschen greife ich auch manchmal zu. Aber bereits seit einem Jahr habe ich nichts mehr dergleichen selber gekauft. An dieser Stelle: Woohooooo!!

Ich benutze niemals diese kleinen fiesen Plastiktüten in der Obstabteilung. Ich kaufe mein Obst und Gemüse so gut wie komplett plastikfrei. Ausnahmen bestätigen leider die Regel. Ich habe immer eine Tasche oder Beutel dabei.
Ich benutze seit einiger Zeit Beutel aus recyceltem Plastik. Die kann man auch waschen und die sind ultraleicht. rePETbag nennen sie sich.

Auch Tetrapak versuche ich zu vermeiden. Da ich mich teilweise ohne tierische Produkte ernähre, landet aber die ein oder andere Mandelmilch oder Kokosmilch im Einkaufskorb. Hafermilch mache ich selbst. Für die Tetra Verpackungen hab ich aber schon eine Bastelidee.

Ich kaufe überwiegend biologische Produkte. Manchmal entschuldige ich einen Plastikeinkauf dadurch, dass das Teil Bio ist. Das rettet mein Gewissen ein wenig.
Niemand ist Perfekt.
Auch dieser Satz rettet mich ein bisschen.


Fazit (eine kleine Geschichte)

Heute hat meine Tante mir eine sehr inspirierende Geschichte gezeigt…
Eine alte Frau, trägt tagtäglich zwei große Vasen mit Wasser befüllt meilenweit nach Hause.
Eine der Vasen hat einen Sprung, die andere ist vollkommen heil.

Aus der kaputten Vase tropft den ganzen Weg über Wasser.
Die Frau bringt täglich also statt der geplanten 2Liter, nur etwa 1,5rLite Vasen mit Wasser nach Hause.

Irgendwann spricht die kaputte Vase zu der Frau und entschuldigt sich für ihren Sprung und dafür, dass sie so viel Wasser verschwendet.
Doch die Frau bedankt sich bei der Vase.
„Durch das Wasser, das du jeden Tag verlierst, wässerst du die ganzen Blumensamen die ich auf dem Weg ausgelegt habe und es wachsen wunderschöne Blumen, die mein Leben nur durch ihr Aussehen und ihren Duft bereichern.“

Jeder Mensch säht jeden Tag winzige Samen.
Wir vergessen nur sie zu bewässern.
Ja, das ist eine Metapher.
Und ja, ich meine damit, dass wir den guten Dingen die wir tun, positiver gegenüber treten sollten, anstatt das, was wir vielleicht falsch machen, so groß zu betonen und damit das Gute in uns wieder ganz klein zu reden.

Die Samen die wir sähen, und wenn es nur ein oder zwei sind, werden wachsen.
Alles was wir tun, wird früher oder später Früchte tragen.
Wir müssen nur daran denken sie zu bewässern, also an das zu glauben was wir tun.
Und dann kommt es nicht mehr darauf an wie viel oder wie wenig wir tun.
Nur darauf, dass wir etwas tun!

  • Ich bin gut so wie ich bin
  • Ich gebe stets mein Bestes

Eure Misses Hippie

 

 

 

 

19 Kommentare

  1. Was für ein wunderbarer Beitrag! Vielen Dank dafür, ich habe ihn sehr gern gelesen. Du sprichst mir aus dem Herzen. Wenn jemand sagt: „Ja, aber…“, dann ist die menschliche Psyche so ausgerichtet, dass sie viel stärker auf das „Aber“ reagiert, als auf das „Ja“. Ein Beispiel: unser Sohn schüttet manchmal, wenn er nach Hause kommt, sein Herz aus über Dinge, die ihn an seiner Freundin stören. Eines Abend fragte ich nach dem Zubettgehen meinen Mann, wie es aussehen würde, wenn das „Ja, aber“ ein Quadrat wäre, welches das „Ja“ repräsentiert, innen ein kleineres Quadrat, welches das „Aber“ zeigt. Ich fragte ihn, wie viel Prozent seiner Meinung nach das „Aber“ vom „Ja“ Quadrat unseres Sohnes in Bezug auf seine Freundin sei. Nach den Berichten unseres Sohnes zu urteilen dachte er, dass das „Aber“ 60% der Fläche des „Ja“ ausfüllen würde. Ich dachte an ca. 40% „Aber“-Anteil. Am nächsten Morgen beim Frühstück fragten wir ihn, wie er es sieht. Und waren überrascht, dass das „Aber“ nur 20% beträgt. Daran haben wir zwei Dinge gemerkt: Erstens, dass man den Fokus beim Zuhören und Wahrnehmen eher auf das „Aber“, auf den Haken an den Dingen, auf das, was nicht geschafft ist, legt. Zweitens: dass es sehr wichtig ist, bei Vertrauenspersonen die Relation klar zu machen. So á la: „Ich muss einfach mal über ein paar Dinge reden, die mich an meiner Freundin stören. Es sind aber nur 20%. Dass ich über die störenden Dinge rede, heisst nicht, dass es nicht die andere Seite, die 80% gibt!“ So kann man das als Zuhörer besser einordnen. Unserem Sohn hat das ziemlich die Augen geöffnet. Er ist im Hinblick auf das, was stimmt in seiner Beziehung, achtsamer geworden. Ähnlich wie Du, die sich hinterfragt und sich das Positive zugestehst.
    Bravo – ich bin echt begeistert! Gut nachgedacht und so wahr…

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    • Danke Danke ! Das hilft mir wirklich sehr. Man ist als Person und Mensch immer 95% gut, sogar super gut. Aber die 5% die nicht so glatt laufen sind die über die alle sprechen. Den Beziehungsvergleich finde ich auch sehr interessant. Man kennt das ja. Man ärgert sich über seinen Partner und denkt plötzlich alles wär Mist. Dabei ist der Großteil der Beziehung einfach wunderbar. Man darf wirklich nicht die positiven Dinge übersehen. Im Gegenteil sie sollen überhand nehmen!
      Einen schönen Tag dir !!

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  2. Danke für diesen tollen Beitrag. Mir geht es ganz genauso und ich bin stets bemüht, wie es so schön heißt, nicht immer nur schwarz und weiß zu sehen, sondern auch die Grautöne anzuerkennen. Aber ich denke, es ist tatsächlich so, dass jeder Schritt zählt. Insofern: Hut ab vor deinen Plastikfreiaktionen 🙂

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    • Ja, ich weiß auch nicht Winkler dieses übertrieben selbstkritische herkommt und wieso es so schwer fällt die guten Dinge zu sehen und soooo leicht die schlechten ….wir arbeiten dran 😉
      Dank dir!!

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  3. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass man gar nicht alles „gut“ machen kann, weil das vom Aufwand her alles sprengen würde. Aber viel wichtiger ist, dass man im eigenen Umfeld mit dieser Haltung und diesem Vorgehen viel mehr Leute anspricht und mitnimmt – und damit ist der Effekt in Summe viel größer, als wenn man Einsiedler würde und alles selbst anbaut etc. Ich fürchte ich rede wirr, aber ich hoffe, Du verstehst, was ich meine?!

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    • Ich verstehe absolut was du meinst. Du hast recht , auf die Summe kommt es an. Ich bin trotzdem durchaus daran interessiert selbst anzubauen und in so nem
      Bauwagen lebt es sich sicher auch ganz schick 😉
      Danke für deinen Kommentar.

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    • Danke für die lieben Worte ! Ich weiß nicht woran es liegt dass ich dieses ABER immer wieder zulasse. Dinge in Frage zu stellen ist ja nicht immer verkehrt. Aber den guten Dingen im Leben sollte man die meiste Aufmerksamkeit schenken und man darf auch ruhig Stolz darauf sein was man geschafft hat und nich alles was in eine andere Richtung geht als „falsch“ oder „schlecht“ ansehen.
      Ich arbeite an mir 🙂
      Lieben Gruß an dich Karin.

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  4. Heidi sagt

    Es gibt einen schönen Spruch: Versuche stes zu helfen aber mache dich nicht Unentbehrlich!
    Es könnte auch heissen: Tue nur das was in deiner Macht steht denn oft schafft man einfach nicht alles.Es gibt ja auch noch die vielen anderen Menschen die auch ihr Bestes geben,die heben deine fehlenden % dann wieder auf ;-))))

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    • Danke !!!!!
      Wie die liebe Christiane schon sagte vorhin „Die Summe machts“
      Also mit allemann weiter dran ziehen und alle ein bisschen die Welt retten.
      Einer alleine kann es nicht schaffen. Ich gebe nicht auf, aber ich werde auch weiter daran arbeiten nicht so streng zu mir zu sein. :))))))))))

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  5. jennifer sagt

    Das ist ein sehr schöner und motivierender beitrag. Ich bewundere dich für deine disziplinund deinen starken willen. Du bist ein strahlendes beispiel dafür das jeder ob mit grossen oder kleinen taten schon etwas bewegen kann. Ich bin stolz darauf das du meine schwester bist und danke dir für all deine Bemühungen und deine tollen Beiträge die mich immer wieder daran erinnern was wir hier bewahren und retten wollen. Stets bemüht das umzusetzen was geht und das zu vermeieden was es eben zu vermeiden gibt schaue ich zu dir auf als mein gutes vorbild. Ich liebe dich bleib wie du bist und danke das es dich gibt.
    Deine grosse Schwester

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    • Danke Schwesti. Du treibst mir die Tränen in die Augen!! Das ist dein erster Kommentar hier und dann so viele liebe Worte auf einmal… ich bin eh total überwältigt von den ganzen netten Menschen die hier mitlesen und fleißig kommentieren. Einfach toll! Ich liebe dich auch.

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  6. Das kann ich gut verstehen. Wenn ich auf anderen Blogs den gesammelten Müll eines Jahres in einem kleinen Gläschen sehe, dann staune ich auch immer. Daran gemessen produziere ich sehr viel Müll! Aber wer sagt, dass ich mich daran messen muss? Viel sinnvoller ist es doch, mich an mir selbst zu messen und zu sehen, dass ich viel weniger Müll habe als noch vor einem Jahr. Dieser ständige Vergleich mit anderen Menschen, die schneller, schöner und sowieso viel besser sind, führt zu nichts und tut nicht gut!

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    • Den Vergleich mit dem Einmachglas hatte ich vor ein paar Tagen auch noch im Kopf. Und dann dachte ich ebenfalls, dass ich vor über einem Jahr noch monatlich 3 Gelbe Säcke mit Plastikmüll produziert habe und es sich inzwischen ca. auf einen Gelben Sack alle 3 Monate reduziert hat. Man muss das wirklich alles mal in relation sehen. Danke für deinen Kommentar 🙂

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  7. Sabine sagt

    Hallo Misses Hippie,
    ja ich wäre auch so gerne eine vorbildliche Zero-Wastlerin.Aber das klappt noch nicht so gut und ich freue mich,wenn ich mit einer Sache mal wieder erfolgreich war.Neulich habe ich losen Tee in der mitgebrachten Dose erworben.
    Da hast du doch schon viel erreicht.Fehlen die Möglichkeiten,die Ware lose zu bekommen,muss die Verpackung in Kauf nehmen,vor allem die Plastikverpackungen.
    Liebe Grüße

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    • Ja Sabine, da hast du wohl recht. Manches muss man einfach in Kauf nehmen auf seinem Weg. Manchmal muss man auch nicht zwanghaft zwischen richtig oder falsch beurteilen. Lieben Gruß und einen schönen Samstagabend dir.

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  8. Pingback: Manchmal macht Einkaufen keinen Spaß mehr… – myfoodjungle

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