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Ist euch mal aufgefallen, dass . . .

. . . man überhaupt nichts erreicht, wenn man die Dinge zu verbissen sieht?

Ich habe in den letzten Tagen sehr viel gelesen und generell in letzter Zeit sehr viel nachgedacht und bin zu einem äußerst positiven Ergebnis gekommen. Nachgedacht habe ich übrigens über diese Themen:

  • Meine Lebensumstellung auf weniger Plastik
  • Über die Umwelt im allgemeinen
  • Wie viele Menschen ich schon mitreißen konnte
  • Ob ich zu viel oder zu wenig mache, oder genau die Mitte treffe
  • Wer entscheidet eigentlich ob man zu viel oder zu wenig macht?
  • Wo fängt ein „Gute-Mensch-dasein“ an und wo hört es auf?
  • Was hat meine Lebenseinstellung der Welt und mir selbst bisher gebracht und wo wird es hinführen?

Also zu aller erst muss ich meinen Lieblingssatz aller Sätze wiederholen

Jeder Schritt, und ist er noch so klein, bewirkt etwas.


Ich muss aber ergänzend dazu sagen, das gilt nur –und wirklich nur dann
wenn man es mit Freude  macht!!

Es ist immer schlecht, die Dinge zu verbissen zu sehen. Man wird niemals
wirklich nie nie niemals– jemanden von etwas überzeugen können, nur weil man es gerade unbedingt will. Egal wie sehr man auf den Boden stampft, oder sich in die Ecke schmeißt und schreit. Man bewirkt allerhöchstens, dass sein gegenüber sich schlecht fühlt und sich von dem Thema distanziert. Im schlimmsten Fall wird man dann noch als Freak abgestempelt, was widerrum dazu führt, dass man selbst irgendwie nicht mehr so dahinter steht, den Spaß verliert und sich plötzlich fragt warum man das alles macht.

Ich stelle meine Lebenseinstellung übrigens ganz und gar nicht in Frage. Mir liegen die Umwelt und die Tiere sehr am Herzen und ich kämpfe nach wie vor dafür. Allerdings reicht es mit halber Kraft zu kämpfen. Mir ist einfach aufgefallen, dass man manchmal die Dinge zu verbissen sieht. Erst wenn man anfängt lockerer zu werden, erreicht man andere.


Ein Beispiel

Ich war mal eine Weile mit einem Veganer liiert, der zudem auch noch sehr viel Sport trieb und sich mit seiner Einstellung zu seinem Körper und zur Tier- und Umwelt Pudelwohl fühlte. Nein, eigentlich fühlte er sich über einem stehend. Er wollte am liebsten die ganze Menschheit davon überzeugen so zu leben wie er! Er hat so dermaßen viele schlechte Schwingungen damit verbreitet, dass ich überhaupt keine lust mehr hatte ihm zuzuhören. Wirklich ein grundauf lieber Kerl, und ich denke gerne und immer Positiv an ihn! Aber wir sind aufgrund seiner Besessenheit dann auch relativ schnell wieder getrennte Wege gegangen.

So ungefähr ein halbes Jahr, oder lass es ein ganzes gewesen sein, später, habe ich mich langsam dazu entschlossen Vegetarierin zu werden. Ich hatte dann genug Zeit mich selbst in Ruhe, mit dem Thema zu befassen. Veganerin bin ich übrigens bis heute nicht!


Was ich damit sagen möchte?

Es ist nicht verboten andere Menschen auf Dinge aufmerksam zu machen. Nicht umsonst gibt es diesen Blog. Aber man selbst macht ja auch immer eine Wandlung durch und verändert sich. Mein Wunsch ist es auch, dass die Menschen mehr auf die Umwelt achten. Aber eben jeder so viel wie er selbst für richtig hält. Wenn man sich selbst und andere nicht permanent stresst, weil man denkt dasundas MUSS jetzt auf der Stelle so sein, wird man Berge versetzen können. Versprochen!

Warum ich das erzähle?

Ich habe wie gesagt viel gelesen und viel nachgedacht. Und heute morgen habe ich zufällig (vielleicht auch berechnet) in der Zeitschrift „Spiegel“ einen Beitrag gelesen, über die Gründerin von Utopia-nachhaltigkeitsblog.  Hier ein kurzer Ausschnitt von einem ihrer Beiträge

"Man müsste mal … weniger Fleisch essen, langsamer fahren, weniger fliegen, 
zu Ökostrom wechseln und überhaupt keine Dinge kaufen oder tun, die … ja was? 
Das Leben unserer Kinder, ja unserer Enkel und Urenkel ruinieren. 
Denn sie werden uns fragen; Was habt ihr getan? Nein, es geht nicht 
eine Nummer kleiner, denn der Klimawandel ist längst da, wir ersticken 
in Wohlstandsmüll und stressen uns digital bis zum finalen Burn-out."

Nicht das die Frau unrecht hätte. Ich denke auch, die meisten sind sich durchaus darüber im klaren, wie es mit unserer Erde aussieht. Das soll auch nicht heißen, dass ich etwas schön reden will, oder zu naiv bin um zu verstehen wie Ernst es ist. Aber wenn ich so eine dermaßene Wut und Verbissenheit entgegengesetzt bekomme, dann schlägt das doch gerade für Neulinge auf diesem Gebiet ins Gegenteil um, oder sehe ich das falsch? Im oberen Beispiel schießt einem ja förmlich ein Feuerball ins Gesicht! Und was macht man mit Feuerbällen? Man versucht sie abzuwehren, oder rennt vor ihnen weg.

Das witzige an der Sache ist, dass sie (Claudia Langer-Gründerin von Utopia) nun scheinbar selbst aufgegeben hat. Vermutlich, oder sogar -ganz ganz sicher– weil sie zu verbissen war. Sie hat sich so in das Thema nachhaltigkeit und umweltbewusstsein verrannt, dass sie selbst keine Lust mehr hat.  Sie hat sich damals den ökologischsten Wagen gekauft, den es ihrer Meinung nach auf dem Markt gab, um wenig später festustellen, dass er eine Menge Benzin verbraucht, ja, sogar das doppelte was andere Autos verbrauchen. Sie ist nicht mehr gereist, weil Flugzeuge unmengen von CO2 ausstoßen und wurde dadurch immer unglücklicher und einsamer. Und generell hat sie auf viele viele Dinge verzichtet, was die Welt bisher auch nicht gerettet hat.


Es bringt einfach tatsächlich nichts sich in Dinge reinzusteigern, nur weil man denkt es muss so sein. Erst wenn man mit Freude und Herzblut seinen Weg gefunden hat, kann man in Frieden leben und wird auch etwas erreichen.

Ich habe viele Blogs gelesen und nicht selten gedacht „Oh man, die macht das aber besser als ich“ „Die hängt sich mehr rein“ , aber auch „Was??! Wie soll man das bitte im Alltag umsetze?“

Was erreiche ich mit solchen Gedanken? Jap, genau, ein richtig schlechtes Gefühl. Viel schlimmer als sich vor anderen zu rechtfertigen, ist es, sich vor sich selbst zu rechtfertigen.

Deshalb sage ich dir, du selbst entscheidest das Maß der Dinge.
Nur du kannst entscheiden was dich glücklich macht.
Und wenn du glücklich bist, sind auch die Menschen in deiner Umgebung glücklich.

Ich zum beispiel habe kein schlechtes Gewissen wenn ich in den Urlaub fliege, oder wenn ich Exotische Früchte im Supermarkt kaufe. Ja nichtmal mehr wenn ich hier und da Plastik kaufe, das sich nicht vermeiden lässt. Warum nicht?! Weil ich nicht alleine die Welt rette.
Irgendwie fühlen die Umweltbewussten unter uns sich für die jenigen, die nicht darauf achten, mit verantwortlich. Ist doch so, oder?! Wir versuchen ihre Fehler (ein hartes Wort) mit auszubügeln. Die anderen denken dann vielleicht, „ey cool, reicht ja dann wenn du das machst.“

Mittwelweg, mittelweg, mittelweg

Deshalb entscheide ich mich für den Mittelweg.
Ich glaube ich muss keine Superheldin sein und du musst auch kein(e) Superheld(in) sein. Ich schaffe das Weltrettenporgramm auf keinen Fall alleine, aber wir alle zusammen schaffen es. Daher lasst uns unseren Fokus etwas mehr auf die Positiven Dinge richten und uns freuen, an dem, was wir bisher erreicht haben und was wir noch erreichen werden, anstatt das, was schon schlecht ist, noch schlechter zu reden und noch mehr in den Fokus zu bringen.

Für mich persönlich ist der Mittelweg ein guter Weg.
Hier fühle ich mich wohl.

Also hört auf euch zu rechtfertigen und lebt einfach euer Leben mit Herzblut und Freude und einer Prise nachhaltigkeit und ihr werdet merken, dass ihr Berge versetzt.

Es ist Okay kein Superheld zu sein und nicht allein die Welt retten zu können.
Es ist Okay nur Okay zu sein.

Eure Misses Hippie

19 Kommentare

  1. Hat dies auf kinderlieb rebloggt und kommentierte:
    Den Beitrag finde ich mehr als Okay 😉

    Darüber habe ich in letzter Zeit auch nachgedacht und bin ebenfalls zu dem Entschluss gekommen, dass ich nicht immer so streng zu mir sein darf … das macht mich unglücklich und dann übertrage ich das auf andere.

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    • Freu mich total, dass dir der Beitrag gefällt. Da haben sich unsere Positiven Schwingungen vereint würde ich mal sagen 🙂 Vielen Dank fürs rebloggen, das freut mich ebenfalls sehr :)))))) Viele liebste Grüße.

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  2. Toller Beitrag! Mich nervt auch oft diese schwarz weiß Einstellung einiger Menschen: So nach dem Motto:Wenn du vegan lebst, darfst du auch dies und das nicht – wobei diese Leute selbst gar nichts für die Umwelt machen. Jeder hat seine persönlichen Schmerzgrenzen an die er gehen kann – und wenn das jeder machen würde, wäre schon viel erreicht: Aber man könnte meinen, es ginge immer um Alles oder Nichts 🙂 Warum ist das eigentlich so?

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    • Die Menschheit ist es einfach so gewohnt leider. Andere, die vielleicht etwas weniger für die Umwelt tun, versuchen dann bei DIR Fehler zu finden ,um sich selbst besser zu fühlen. Dabei achten sie selbst vielleicht auch hier und da drauf und tun schon in irgendeiner Form etwas gutes. Aber snatt sich darauf zu konzentrieren wird nur wieder gemeckert und alles zunichte gemacht. Und irgendwie ziehen wir uns den Schuh dann auch noch an. Ab jetzt aber nicht mehr. Alles wird gut!! 🙂 Und ich glaube wenn man selbst anfängt sich für ein nachaltigeres Leben zu entscheiden, dann bemerkt man automatisch mehr Details, „ohhh, ich kann ja jetzt nicht Wasser sparen, aber dafür die Heizung volle Kanne aufdrehen“ , oder „Na toll jetzt kaufe ich kein Plastik mehr, aber dafür massenweise Papier“ Schwachsinn!! Der Mensch ist irgendwie darauf gepolt immer das negative zu sehen. Aber da ziehen wir uns jetzt selbst raus. Eine Arbeitskollegin von mir, die wirklich immer gute Laune hat und super freundlich zu allen ist udn immer lacht, meinte gestern zu mir, sie könne fast immer irgendwas positives überall rausziehen. Und wenn das Glas kaputt ist, dann freut man sich eben darüber, dass es nur halb kaputt ist 😉

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  3. Hallo!

    Zu viel Verbissenheit ist ganz sicher nicht gut. Wenn man es übertreibt dann führt das schnell zu Müdigkeit und Aufgeben der neuen Gewohnheiten.

    Ich habe darüber vor kurzem auch mal mit dem Titel „Abschied vom Perfektionismus“ geschrieben. Es ist wichtig, das Große Ganze im Auge zu behalten denke ich und sich nicht in zermürbende Details zu verlieren.

    lg
    Maria

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  4. Pingback: Unsere Netzhighlights – Woche 16/2015 | Apfelmädchen & sadfsh

    • Dank dir Fluchmädchen. Das ist wirklich so toll an einem Blog, man kann seine Gedanken teilen ….. Und ja, wenn wir öfter mal die Dinge nicht so Verbissen sehen, sondern das Leben genießen, kommt der rest von selbst. Schönen Sonntag ! Hier scheint die Sonne 🙂

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  5. Hallo :), du sprichst mir aus der Seele! Verbissenheit bringt echt nicht viel. Man kann es versuchen so viel man will, man wird erstens nie andere ändern können, sondern nur sich selbst und zweitens auch nur sich selbst, wenn man sich Zeit gibt. Fehler machen ist so wichtig und jeder Schritt in die richtige Richtung zählt 🙂

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  6. Mir gefällt der Beitrag. Auch wenn ich einiges ganz anders sehe. Doch das ist ja der Punkt: Du bist offen, du bist unterwegs, du denkst nach, und du erinnerst mich daran, dass meine Sichtweise nicht deine Sichtweise sein muss – und wir bei allem die Freude nicht verlieren sollten. Danke.

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    • Absolut! Was wäre denn diese Erde für ein Ort, wenn wir alle dieselbe Sichtweise hätten. Aber ich finde es immer toll, wenn man auch mal um die Ecke denkt und sich inspirieren lässt. Danke Stefan und sonnige Grüße ☀

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  7. Du sprichst mir hier total aus der Seele.
    Wie oft ich meinem Mann schon erklären musste am Anfang, dass ich Plastikvermeidung und vernünftige Alternativen NICHT unbedingt um jeden Preis erreichen will. Das war echt ein hartes Stück Arbeit.
    Aber jetzt so langsam sieht er selber, dass ich nicht alles um jeden Preis am besten schon gestern erreichen will und die heißen Diskussionen über das Thema werden nicht mehr so hart geführt.
    Er kommt jetzt auch schon mal mit eigenen guten Ideen daher und ich sehe es auch als Erfolg an, wenn ich etwas besser machen konnte.
    Mein Leitsatz ist ja nicht umsonst „Weniger ist mehr“…

    Gefällt 2 Personen

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